S.S. America 1978
Seite 3: Bankrott der Venture Cruise Lines und Zwangsversteigerung
Nach der Streichung sämtlicher geplanter Kreuzfahrten wurde verkündet, eine halbe Million in das beseitigen der Abwasser-, Sanitär- und Hygieneprobleme zu investieren. Venture Cruise Lines machte für die Probleme mit dem Abwassersystem unter anderem das zu niedrige Hafenbecken verantwortlich, das angeblich nicht die ihnen angegebene Wassertiefe hatte, wodurch das Schiff Schlamm angesaugt haben soll, der die Rohre verstopfte.
Zu diesen Unkosten kamen jetzt allerdings auch eine Reihe von Konventionalstrafen, unter anderem wegen des ungenehmigten Aussetzens der Passagiere vor Staten Island und nicht durchgeführten Seenotrettungsübungen, ebenfalls in sechsstelliger Höhe.
In dieser Situation kam es noch zu einem Streik der Crewmitglieder, von denen einige nicht bezahlt wurden und nicht weiter auf ihren ausstehenden Lohn warten wollten, was die dringend notwendigen Reparaturarbeiten verhinderte. Zusätzlich wurden nun Rückzahlungen fällig, die den entsetzten Passagieren versprochen worden waren.
Den entgültigen Todesstoß versetzte eine fast 2 Millionen Rechnung der Firma, die für das Catering an Bord und dem Bereitstellen sämtlicher Köche und Kellner verantwortlich war.

Die verlassene und von Kritik vernichtete America aufgelegt an ihrem Pier.
-Bild: Sea Classics/ Hugh Heckman-
Das Venture Cruise Lines Konsortium war mit seinen finanziellen Möglichkeiten am Ende.
Daraufhin wurde die America gerichtlich festgesetzt und die zahlungsunfähige Venture Cruise Lines musste sich für Bankrott erklären.
Am schlimmsten Traf es die Crew, von der viele Mitglieder aus dem karibischen Raum kamen (u.a. Jamaika). Sie wurden von der Venture Cruise Line angeworben und mussten für ihre Anreise selbst aufkommen. Für einige eine Summe, die einen Großteil ihrer Ersparnisse ausmachte. In New York angekommen wurden sie für Tätigkeiten eingesetzt, für die sie nicht trainiert und ausgebildet waren und wurden unterbezahlt bzw. gar nicht bezahlt. Nach dem Streik und dem Bankrott der Venture Cruise Lines standen sie ohne alles da. Maritime Gewerkschaftsverbände mussten einspringen, um das Geld für ihre Heimreise und laufende Unkosten aufzubringen, um die Not zu lindern.

Am 28. August wurde das Schiff dann auf einer öffentlichen Auktion zwangsversteigert, um einen Teil des ausstehenden Geldes einzutreiben. Eindeutig ein Tiefpunkt in der langen Karriere der America:

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