S.S. America 1946-1964
Während ihres Kriegseinsatzes hatte sich die West Point als zuverlässiges, leistungsstarkes und sicheres Schiff bewährt und ihren Konstrukteuren alle Ehre gemacht. Mit diesem Härtetest schuf sich die America eine noch bessere Reputation als zuvor und legte damit den Grundstein für die besten Vorraussetzungen einer erfolgreichen Karriere in Friedenszeiten. Es gab nur ein Problem: Der mit dem Namen America verbundene Luxus war dahin. Eine detailgetreue Restaurierung sollte Abhilfe schaffen und das Schiff wieder in ehemaligem Glanz erstrahlen lassen.

Während der Restaurierung stellte sich jedoch heraus, dass die Kosten für die Wiederherstellung des Vorkriegszustandes immer weiter kletterten und die vorher berechneten Ausgaben um ein vielfaches überstiegen.
Die America war für den Einsatz als Truppentransporter komplett umgebaut und ausgeschlachtet worden. Die ursprüngliche Inneneinrichtung konnte aber nicht mehr für die Wiederherstellung genutzt werden, da sie entweder verkauft, verschrottet, unachtsam gelagert wurde oder verloren ging. Durch dieses große Versäumnis musste vieles, was einst den Charme der America ausmachte, detailgetreu neu angefertigt werden und das, ohne in ihrer jungen Karriere jemals ihrer Ursprünglichen Bestimmung, dem Transatlantikdienst, nachgekommen zu sein.

Seite 1: Vom Truppentransporter zum Luxusliner- Der Umbau in Newport News
Inhalt


Die benötigten Neuanfertigungen waren vielfältig: Kabineneinrichtungen, Mannschaftsunterkünfte, Türen, Messingbeschläge, Fenster auf den oberen Decks, Bodenbeläge, Möbel, elektrische Verkabelungen, Beleuchtung und sogar einige  Kunstwerke wurden in mühevoller Kleinarbeit restauriert, oder durch neue ersetzt.

Die Passagierkapazität sank im Vergleich zur Vorkriegskonfiguration durch neue Gewerkschaftsrichtlinien von rund 1200 auf rund 1050, während die Zahl der Crewmitglieder von 620 mit jetzt rund 670, leicht anstieg.

Die fast fertige America nach der Wiederherstellung 1946.
-Bild: National Archives-
Das Schiff befand sich seit seinem beendeten Kriegsdienst im Besitz der staatlichen Maritime Commission. Das sollte aber nicht so bleiben und so wurde ein Käufer für den stolz der amerikanischen Handelsmarine gesucht. Hinderlich für einen erfolgreichen Verkauf waren allerdings die horrenden Kosten, welche mit  Abschluss der aufwändigen Wiederherstellung auf 7 Millionen US$ gestiegen waren. Mit dieser finanziellen Last im Schlepptau fand sich für die America keine amerikanische Reederei, die an einem Kauf interessiert war.
Einzig die United States Lines dachten über eine erneute Nutzung in ihrer Flotte nach. So kam es nach einigen Verhandlungen zu einem auf zwei Jahre begrenzten Chartervertrag. Der Eigner blieb die Maritime Commission.
Dieser Chartervertrag bedeutete aber den ersehnten Neuanfang für die America. Endlich bekam sie die Möglichkeit, der stolze Transatlantikliner zu sein, als der sie gebaut worden war.
Nach weiteren kleineren Änderungen und dem Anstrich des Schiffes in den Farben der United States Lines, stand die America wieder bereit für den Passagiertransport.

Die West Point bei ihrem Eintreffen in der Newport News Werft nach beendetem Kriegsdienst.
-Bild: Newport News Shipyard Bulletin-
Zweite Klasse Rauchsalon während der Renovierung.
-Bild: Newport News Shipyard Bulletin-
S.S. America 1946-1964

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Die langsam wieder zum Vorschein kommende America im Trockendock.
-Bild: Newport News Shipyard Bulletin-
Erste Klasse Bar des Rauchsalons während der Renovierung.
-Bild: Newport News Shipyard Bulletin-
Erste Klasse Speisesaal mit Pierre Bourdelles Wandgemälden, welche im Kriegsdienst an Bord blieben, während der Renovierung.
-Bild: Newport News Shipyard Bulletin-
Die America nach ihrer vollständigen Instandsetzung.
-Bild: Newsweek-
Die America kurz vor Abschluss der Restaurierung 1946 in Newport News. Links im Bild der Grace Liner Santa Rosa, ebenfalls zur Nachkriegsrestaurierung in der Werft.
-Bild: Newsreel-
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"The Queen Salutes"- Die America verlässt Newport News nach ihrer abgeschlossenen Renovierung im November 1946 in Richtung New York.
-Bild: Fotografie von Marcus Ritger Jr.- Vielen Dank an Bill Lee-
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Der Umbau von der West Point zur America ist im Sommer 1946 in vollem Gang.
-Bild: Pacific Marine Review-
Arbeiten in luftiger Höhe am Signalmast der America
-Bild: Pacific Marine Review-
Arbeiter versiegeln das neu gelegte Teakholz vor dem vorderen Dummy Schornstein.
-Bild: Pacific Marine Review-
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