Die Testfahrten
Nach der Fertigstellung standen die Testfahrten mit dem neuen Schiff auf dem Programm.
Am 4. Juni 1940 absolvierte die America zunächst die Testfahrt ihrer Erbauerwerft erfolgreich.
Am 9 Juni brach der Liner dann von Newport News nach Norden, in Richtung Rockland vor der Küste Maines auf, um eine weitere Reihe von Testfahrten auf dem measured mile course der US-Marine zu absolvieren. Maritime Comission, Erbauer, Eigner, die Navy- viele Anforderungen von allen Seiten waren zu erfüllen.
Um optimale Bedingungen zu garantieren, wurde ein Zwischenstop in Bosten eingelegt, wo der Rumpf in einem Trockendock gesäubert und gestrichen wurde.

Luftaufnahme während der Testfahrt der Newport News- Werft bei den Virginia Capes.
-Bild: United States Lines-
Am 13. und 14. Juni 1940 schlug dann die Stunde der Wahrheit. Würde die America allen hochgesteckten Ansprüchen gerecht werden?
Die ausführlichen Tests verlangten dem zukünftigen Transatlantikliner alles ab. Manövrierbarkeit und Geschwindigkeit wurden auf einem festgelegten Kurs bei vorgegebener Distanz ermittelt, die Ankerbremsen bei freiem Fall des Ankers getestet, das Ruder wurde auf seine Funktion bei hoher Geschwindigkeit und scharfen Wendemanövern geprüft, ein Notstop aus voller Fahrt simuliert.
Anschließend an diese Tests folgte ein achtstündiger Belastungstest der Maschinen.

Die Ergebnisse waren in fast allen Bereichen mehr als zufriedenstellend und übertrafen die Anforderungen. Hervorragende Manövrierbarkeit, Wasserlage und Beschleunigung zeichneten das neue Schiff aus. Die America erreichte kurzzeitig eine Spitzengeschwindigkeit von 25,3 Knoten bei einer Leistung von 42850 PS und eine durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit von 24,5 Knoten über einen längeren Zeitraum.
America im Trockendock in Boston.
-Bilder: National Archives-
Wegen dem gleichzeitig unter den Erwartungen liegenden Treibstoffverbrauch, zahlte die Maritime Comission der Erbauerwerft den maximalen Bonus aus, der für ein unterschreiten des Verbrauchs ausgeschrieben wurde.

Es gab aber auch von der Planung abweichende Ergebnisse, wie die gewagte Konstruktion der Schornsteine, welche sich als unzureichend geeignet erwies, Ruß- und Schwerölrückstände zufriedenstellend von den oberen achteren Decks fernzuhalten.
Eine Lösung musste schnell gefunden werden und so entschied man sich das Problem auf die einfachste Weise zu lösen und die Ablagerungen an Deck durch simple Erhöhung der Schornsteine zu verringern. Ganze 5 Meter höher ragten die beiden Schornsteine nach der Verlängerung in den Himmel, was das Design des Schiffes nicht unwesentlich veränderte.

Oben: Gestempelter Umschlag der ersten Fahrt der S.S. America, welche von Newport News nach Boston führte.
-Bild: Vielen Dank an Bill Lee-





Links: Die Navy Teststrecke vor Rockland Harbour in Maine mit dem "measured mile course" und seinen Messpunkten am Festland zur Geschwindigkeitsbestimmung neuerSchiffe.
Die America neigt sich während einer scharfen Linkskurve bei einem Rudertest.
-Bild: National Archives/ US-Lines-
Nach dem erfolgreichen Test der Ankerbremsen werden die Ankerketten gekühlt.
-Bild: National Archives-
Morgennebel während der Testfahrten. Ein Besatzungsmitglied läutet die Schiffsglocke.
-Bild: National Archives-
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Die America mit niedrigen Schornsteinen im James River.
-Bild: United States Lines-
Die America bei Geschwindigkeitstests auf gerader Strecke nach einem Rudertest, den der Verlauf  der Wasseraufwirbelungen in der Ferne erkennen lässt.
-Bild: National Archives/US-Lines-
Links: Das Verhältnis der Maschinenleistung zur Geschwindigkeit der America hochgerechnet anhand von Modelltests 1940.
Besonders wichtig sind hier die Kurven der R.P.M. (Rounds per minute, Umdrehungen der Schiffsschrauben pro Minute) und der S.H.P. (shaft horse power, tatsächlich auf die Antriebswellen übertragene PS- Leistung der Maschinen).

Man sieht das die benötigte PS-Leistung mit zunehmender Geschwindigkeit exponentiell ansteigt, während die Anzahl der Umdrehungen linear wächst. Mit zunehmender Geschwindigkeit wird also das Verhältnis zwischen gewonnener Geschwindigkeit und dafür benötigter PS-Leistung und somit auch der Treibstoffverbrauch hochgradig ineffizient.
Um auf eine Geschwindigkeit von 22 Knoten zu kommen braucht die America ca. 28.000 PS. Um aber auf eine nur 3 Knoten höhere Geschwindigkeit von 25 Knoten zu kommen, verdoppelt sich die benötigte Leistung auf 56.000 PS.
Um ein ökonomisches Mittelmaß zwischen Geschwindigkeit und benötigter Leistung zu finden, liegt die Reisegeschwindigkeit der America mit 22,5 Knoten an der Stelle, an der sich die Kurve der PS-Leistung und die Kurve der Umdrehungen der Schrauben pro Minute schneiden (roter Kreis).
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Diese Grafik bezieht sich nur auf Modelltests und theoretische Hochrechnungen VOR den Testfahten. Nach den Testfahrten ergab sich ein leicht effizientereres Leistungs- Geschwindigkeits Verhältnis des realen Schiffs. Für einen generellen Einblick in die Leistungskurven der America ist es aber trotzdem eine nützliche Übersicht.
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