S.S. American Star - Vom hoffnungsvollen Plan zum totalen Desaster
Seite 4: Hinter den Kulissen
Ähnlich dramatisch und verworren wie das Ende der American Star selbst, waren auch die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Ende des Schiffes hinter den Kulissen.

Die amerikanischen Investoren

Während der Vorbereitungen der American Star für die Überführung nach Thailand, meldeten zwei amerikanische Investoren Interesse am Schiff an und boten nicht weniger als 6 Millionen Dollar für dessen Erwerb. Das Angebot wurde jedoch zurückgewiesen. Am 17. Januar, in der Nacht vor der Strandung, als die American Star schon außer Kontrolle auf ihr Unglück zutrieb, erhöhten die selben Investoren ihr Angebot auf 8,5 Millionen Dollar, mit der Bitte die Zielroute des Schiffes zu ändern.

Die Versicherung

Direkt nach der Strandung brach zwischen den Eigentümern, der Versicherung, der Schlepperreederei und Schrotthändlern ein erbitterter Streit um Eigentumsrechte, Versicherungssummenauszahlung und Schuldzuweisungen los. Nicht nur die Eigentümer meldeten Anspruch an, sondern auch das Schlepperunternehmen. Letztlich wurde die Versicherungssumme an die Eigentümer ausgezahlt. Versichert war die American Star am Lloyd's of London Versicherungsmarkt zu einer unbekannten Summe.

Die Neftegaz 67

Der Schlepper Neftegaz drehte am 18. Januar '94 nach der Strandung der American Star mit Volldampf vom Unglücksort ab und wurde von den spanischen Behörden mit Helicopter und einem Boot der Küstenwache verfolgt, um die Ereignisse zu klären und offene Fragen zu beantworten. Der Helicopter holte den flüchtenden Schlepper ein, konnte ihn jedoch nicht stoppen. Schließlich war die Neftegaz außerhalb spanischer Hoheitsgewässer und steuerte auf Agadir in Marokko zu. Mit diesem Entzug vor der spanischen Justiz blieben viele Fragen unbeantwortet, wie etwa warum der Schlepper die Seenotrettung nicht selbstständig über seine missliche Lage im Kampf um die American Star informierte.

Die Behörden

Die spanischen Behörden fürchteten aufgrund der undurchsichtigen Informationslage über das havarierte Schiff in den ersten Tagen nach der Strandung eine Umweltkatastrophe durch austretendes Schweröl oder Treibstoff. Auch kursierten Gerüchte, an Bord befände sich womöglich Giftmüll oder radioaktives Material, das illegal entsorgt werden sollte. Diese Sorgen stellten sich jedoch zum Glück bald als falsch heraus. Sämtliche Tanks des Schiffes waren in Griechenland leergepumpt und gesäubert worden. Auch die Ballasttanks waren nur mit Wasser gefüllt.

Ungereimtheiten und offene Fragen

Rund um die Ereignisse während des Orkans und der damit verbundenen Strandung gibt es einige sich widersprechende, unklare Ereignisse. Schuldzuweisungen sind immer schwierig und bei einer so undurchsichtigen Lage fast unmöglich.
Dennoch wirft das Verhalten der Schlepperbesatzung sich nach der Strandung der American Star so schnell wie möglich vom Havarieort zu entfernen fragen auf. Angeblich wurden dabei Aufforderungen der spanischen Küstenwache ignoriert, den Sachverhalt zu klären.
Auch die Aktivitäten hinter den Kulissen während der letzten Tage der America in einem Stück sind über die bekannten Informationen nur schwer zu sortieren. Was hatte es genau mit dem 8,5 Millionen Kaufangebot auf sich, das in den letzten Stunden vor der Strandung von amerikanischen Investoren gemacht wurde? Woher kam diese extreme Wertsteigerung ( bezahlter Kaufpreis der Chao Phraya Developement & Transport Company of Thailand 2 Millionen + 1,5 Millionen bisherige Renovierungskosten= 3,5 Millionen )und warum waren die thailändischen Eigner nicht mal für diesen Preis gewillt zu verkaufen?

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S.S. American Star 1994-heute

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