Sicherheit an Bord
Sicherheitsreserve auch bei größeren Schäden: Der Drei-Abteilungs-Standard der America

Die America erreichte einen vollen Drei-Abteilungs-Standard, der bis heute alle Kreuzfahrtriesen wie die Queen Mary 2, die Oasis of the Seas,  oder andere aktuell neue Passagierschiffe mit ihrem Zwei-Abteilungs-Standard übertrifft.
Die America verfügte über 14 wasserdichte Abteilungen, von denen drei beliebige komplett vollaufen konnten, ohne das Schiff in Gefahr zu bringen. Das bedeutet, das die Konstruktion darauf ausgelegt war, bei bis zu drei gefluteten Abteilungen die Stabilität des Schiffes voll zu gewährleisten, egal in welchem Bereich des Rumpfes der Schaden auftritt. In vielen Bereichen des Schiffes lag der tatsächliche Wert sogar bei 4 Abteilungen (siehe Abbildung unten). Gerechnet wurde dabei mit den topplastigsten und ungünstigsten Bedingungen die an Bord herrschen können, also leere Treibstofftanks und leere Lagerräume. Falls es sich bei den drei beschädigten Abteilungen nicht um beide Kesselräume gleichzeitig oder den Maschinenraum handelt, ist das Schiff unter Umständen sogar fähig, aus eigener Kraft eingeschränkt zu fahren.
Der doppelwandige Rumpf, welcher praktisch eine zweite Hülle bildete, verlief unter der gesamten Schiffslänge und in sensiblen Bereichen, wie dem Maschinenraum, reichte er bis auf Höhe des B- Decks.
Warnungen und Hinweisschilder der wasserdichten Türen die nach dem hydraulischen "Stone"-System arbeiteten. Diese Schilder waren seit der Australis- Zeit auch in griechisch an Bord zu finden.

Oben: Um auf das Schließen oder Öffnen einer wasserdichten Tür hinzuweisen, gab es ein akustisches und optisches Warnsystem. Die roten Lampen auf beiden Seiten leuchteten auf, wenn die Tür in Bewegung war und passieren somit verboten, die grünen bei Stillstand. Die Warnsirenen waren für den Fall eines Stromausfalls ebenfalls in mechanischer Ausführung vorhanden und wurden dann über die Bewegung der Tür angetrieben.
Seite 2: Untergang der America? Unwahrscheinlicher als auf vielen anderen Schiffen.
Wasserdichte Abteilungen der America (nach rechts scrollen für Bug).
Drei Abteilungsstandard der America (nach rechts scrollen für Bug).
Stabilität der America bei gefluteten Abteilungen

Die Zeichnung oben demonstriert den Drei-Abteilungs-Standard der America anhand der flutbaren Länge. Zu sehen sind die einzelnen wasserdichten Abteilungen (rote Linien), die Tauchgrenze (so tief darf das Schiff maximal im Wasser liegen bevor es sinkt, grün) und die für die Berechnung notwendige flutbare Längen Kurve (gelb).
Die flutbare Länge wird durch die drei oberhalb des Schiffsrumpfes dargestellten Kurven beschrieben. Eine für das Heck, eine für die Maschinenbereiche und eine für den Bug.
In den Schiffsrumpf sind dreieckige Bereiche eingezeichnet (einige lila zur Verdeutlichung eingefärbt), die aussehen, wie seitliche Pyramidenquerschnitte mit jeweils einer "3" an der Spitze. Diese "3" meint die drei Abteilungen, welche jeweils von einem Dreieck eingeklammert werden. Die Pyramidenspitze muss dabei immer unterhalb der flutbaren Längen Kurve bleiben damit der Drei-Abteilungs-Standard eingehalten wird und das Schiff nicht sinkt und schwimmfähig bleibt, also nicht unter die Tauchgrenze absinkt). Diese Zeichnung demonstriert also, dass die America in allen Beireichen des Rumpfes in der Lage ist, einen Schaden zu überstehen, der drei Abteilungen beschädigt und flutet. Anhand dieses Diagrams lässt sich auch zeigen, das die America in einigen Bereichen sogar einen Vier-Abteilungs-Standard erreicht. Dazu verlängert man einfach die Dreieckslinien in dem zu untersuchenden Bereich, bis sie sich wieder kreuzen. Befindet sich die neue Kreuzung (die neue Pyramidenspitze) unterhalb der flutbaren Längen Kurve sinkt das Schiff nicht. Um zu sehen in welchen Bereichen 4 Abteilungen geflutet werden können, sind die Markierungen für dieses Szenario nachträglich in blau mit einer "4" eingezeichnet. Die gestrichelten blauen Linien zeigen beispielhaft die notwendige Verlängerung der Linien um auf die neue Markierung zu kommen. In einigen Bereichen ist das Schiff sogar nah dran bei fünf gefluteten Abteilungen schwimmfähig zu bleiben, nachträglich in türkis mit einer "5" eingezeichnet.

Aber 100 prozentige Sicherheit bedeutet all dies nicht, auch wenn die America bis heute über den Vorgaben liegt. Durch unglückliche Verkettungen von Umständen kann es natürlich immer dazu kommen, dass schon kleinere Beschädigungen zur Katastrophe führen. Wie immer ist der wichtigste Faktor bei einem Unglück die besonnene und unverzügliche Reaktion der Mannschaft, notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Ohne eine gut trainierte Besatzung nützt auch die beste Sicherheitsvorkehrung wenig, wie Unglücke auf Passagierschiffen immer wieder zeigen.


Wasserdichte Türen

Die America verfügte über 59 wasserdichte Türen, welche zentral von der Brücke aus auf Knopfdruck geschlossen werden konnten, oder im Notfall manuell. Wenn der Schalter auf der Brücke auf geschlossen stand und eine Schleuse manuell vor Ort geöffnet wurde, schloss sie sich danach automatisch wieder.
Die wasserdichten Türen wurden von hydraulischen Systemen betrieben, die redundant vorhanden waren. Sollten unwahrscheinlicherweise beide unabhängig voneinander arbeitenden Hydrauliksysteme ausfallen und die Türen durch Feuer oder Flutung auch manuell nicht mehr erreichbar sein, so gab es eine Handwinde, mit der sie vom jeweils darüberliegenden Deck geschlossen oder geöffnet werden konnten.  Alle wasserdichten Türen verfügten über elektrische Warnsirenen wenn sie in Bewegung waren und für den Fall eines Stromausfalls ebenfalls über mechanische.
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