S.S. America 1940-1941- Das Luxuskreuzfahrtschiff
Am 2 Juli, nach Abschluss der Testfahrten und der kompletten Fertigstellung, wurde die America der United States Lines übergeben. Da der Krieg es unmöglich machte das Schiff für seine Bestimmung als Transatlantikliner zu nutzen, wurde ein Programm aus Karibikkreuzfahrten aufgestellt.
Um die Neutralität der America deutlich zu machen und Verwechselungen z.B. bei U-Boot Angriffen auszuschließen, war auf beide Seiten des Rumpfes ein mehrere Decks hohes Embleme mit ihrem Namen, ihrer Reederei und der Flagge der Vereinigen Staaten aufgemalt, welches ihre Zugehörigkeit zu den USA unübersehbar verdeutlichen sollte.

Die in Newport News startende Auslieferungsfahrt endete am 29. Juli 1940 mit dem erstmaligen Einlaufen der America mit 850 geladenen Ehrengästen an Bord in New York, ihrem zukünftigen Heimathafen. Dem neuen, zu dieser Zeit größten und schnellsten jemals in den USA gebautem Passagierschiff wurde ein beeindruckender Empfang bereitet, welchen die United States Lines zu Werbezwecken zusätzlich kräftig aufbauschten. In Manhattan wurden zum Beispiel Jubelfähnchen verteilt, um die Bevölkerung auf das Ereignis aufmerksam zu machen. Sämtliche verfügbaren Boote, Schiffe und Schlepper reihten sich ein, um die America in New York zu begrüßen und die neue Königin der amerikanischen Handelsmarine zu feiern.
Am 10 August startete die America vom Pier der United States Lines ihre Jungfernfahrt, eine Kreuzfahrt mit rund 750 Passagieren an Bord. Bei dieser Reise handelte es sich um die erste von sieben geplanten 12- Tages Karibikkreuzfahrten.
Anlaufhäfen waren unter anderem St. Thomas (amerikanische Jungferninseln), San Juan (Puerto Rico), Port au Prince (Haiti) und Havanna (Kuba).

Die America bei ihrem ersten Einlaufen in den New Yorker Hafen mit Neutralitätsmarken.
-Bild: handkolorierte Postkarte-
Für diese Kreuzfahrten wurde der Transatlantikliner umgerüstet, um den Anforderungen einer Luxuskreuzfahrt der damaligen Zeit gerecht zu werden. Die Klassenaufteilung wurde aufgehoben und die Kabinen, Aufenthaltsräume und Speisesäle der ersten und zweiten Klasse zu einer ein-Klassen Konfiguration umfunktioniert. Die dritte Klasse blieb teilweise ungenutzt. Auf dem Oberdeck hinter dem Ballsaal wurde ein zusätzlicher provisorischer Swimmingpool errichtet und auf dem Volleyballfeld zwischen den beiden Schornsteinen gab es nach Einbruch der Dunkelheit Freiluftkinovorführungen. Auf dem Sportdeck fanden Schildkrötenrennen statt.
America bei ihrer ersten Panamakanaldurchquerung.
-Bild: Postkarte-
Da diese Kreuzfahrten den erhofften Buchungserfolg brachten, wurde der Fahrplan bis in den Januar des folgenden Jahres ausgeweitet, als ein Unglück das Kreuzfahrtprogramm der America unterbrach. Nicht etwa die America war von diesem Unglück betroffen, sondern ein anderer umfunktionierter Transatlantikliner der United States Lines, die Manhattan. Sie wurde alternativ zum Transatlantikdienst auf der Route zwischen der Ost- und der Westküste der Vereinigten Staaten eingesetzt (New York nach San Francisco) und lief im Januar vor Florida auf Grund. Als vorrübergehender Ersatz wurde nun die America auf diese Route geschickt.
So startete das Schiff am 29. Januar 1941 die erste von zwei Ost- Westküstentouren. Dabei ergab sich eine weitere Premiere: Anfang Februar machte die America so ihre erste Panamakanaldurchquerung.
Aber diese Reise hatte noch eine weitere Besonderheit. Nachdem die America einen Zwischenstop in Los Angeles eingelegt hatte, um zahlreiche Hollywoodstars und Reporter aufzunehmen, gab es in der großen Lounge des Schiffes die Uraufführung des Films "Der Seewolf". Eine weitere Premiere, denn niemals zuvor wurde eine Filmpremiere an Bord eines Schiffes gefeiert. Am Zielhafen in San Francisco wurde dem Schiff ein begeisterter Empfang bereitet und über 10.000 neugierige Bürger nutzten die Gelegenheit, das neue Flagschiff der US- Handelsmarine zu besichtigen.
Die America wird bei ihrem ersten Einlaufen in New York von zahlreichen Booten und Schaulustigen begrüßt.
-Farbfoto aus dem 10. Stock des Whitehall Buildings: R.S.; S/W-Fotos: United States Lines-
Die vor Anker liegende America wird in Port au Prince traditionell begrüßt.
-Bild: United States Lines-
America im Hafen von Havanna, Kuba 1940.
-Bild: The Havana Post-
"Newest...Largest...Fastest...Finest..."- Gemälde der neuen America in der Karibik aus einer Werbebroschüre.
-Bild: United States Lines-
America bricht in New York zu ihrer Jungfernfahrt auf.
-Bild: Pressefoto erschienen in mehreren Zeitungen-
Passagiere in einem als Tenderboot genutzten Rettungsboot auf der Überfahrt nach St. Thomas, Virgin Islands 1940.
-Bild: Juliane Walker-
Doch nicht nur schaulustige San Franciscoianer, Passagiere und Hollywoodstars zeigten Interesse an der neuen America. Auch für deutsche Spione war sie ein begehrtes Ziel. 1940 bis 1941 hatten sich zwei der 35 in den USA an strategisch wichtigen Stellen des Landes verteilten Agenten des Duquesne Spionagerings in die Crew des Schiffs eingeschleust und spähten, lange Zeit unbemerkt, militärische Geheimnisse wie den Verteidigungsausbau des Panamakanals aus.

Nach einer weiteren Ost- Westküstentour, startend am 7. März '41, ging es für die America wieder in das planmäßige Karibikkreuzfahrtgeschäft zurück. Doch der Krieg in Europa und Asien warf immer längere Schatten, die schließlich auch die America einholen sollten...
America an ihrem Pier in New York an einem Sommerabend 1940.
Hollywoodstars an Bord der America zur Premiere des Films "Der Seewolf".
-Bilder: The H- Magazine-
America unterquert die Golden Gate Bridge in San Francisco.
-Bild: Veröffentlicht in lokaler Zeitung-
America steuert auf die Anlegestellen der Fisherman’s Wharf in San Francisco zu. Im Hintergrund die berühmt-berüchtigte und damals noch genutzte Gefängnisinsel Alcatraz.
-Bild: Veröffentlicht in lokaler Zeitung-
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Werbung:
Schiffspost versendet am 14. August 1940 von Puerto Rico während der Jungfernfahrt der America in die Karibik.
-Bild: Vielen Dank an Bill Lee-
Kabine auf dem Oberdeck.
-Bild: United States Lines-
Volleyballspiel auf dem Sportdeck.
-Bild: Vielen Dank an Bill Lee-
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