Der Bau der America
Am 31 August 1939, nach mehrmaliger Terminverschiebung, war es dann nach gut einjähriger Bauzeit soweit: Der Stapellauf. Über 30.000 geladene Gäste verfolgten das Spektakel und zahlreiche Reporter und Filmteams verewigten diesen denkwürdigen Moment. Es gab extra für diesen Festtag errichtete Bühnen für die Redner, Ehrengäste und Reporter, auf der zu taufenden America wehten Festtagsbanner und die Stimmung spiegelte die Erwartungen wieder, die viele der Gäste in die America als Symbol des nationalen Stolzes hatten.
Die Schiffstaufe war die Aufgabe von keiner geringeren als der First Lady der USA, Eleanor Roosevelt, welche Patin des Schiffes war. Während sie und die für den Bau, die Werft und die Reederei verantwortlichen feierliche Reden hielten, entfernten Arbeiter die letzten den Rumpf stützenden Baumstämme und Holzblöcke.

Seite 2: Vom Stapellauf bis zur Auslieferung
Dann, um kurz vor 12 Uhr mittags, taufte Mrs. Roosevelt den Rumpf Nummer 369 der Newport News Werft und Nummer 1 des Maritime Comission Bauprogramms auf den Namen America. Die Champagnerflasche zersprang am Bug, Mrs. Roosevelt wich ein paar Schritte zurück und der Rumpf glitt auf Tonnen von Schmiermittel zunächst langsam und dann immer schneller imposant in Richtung James River.
Präsident Roosevelt nannte den Stapellauf der America eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres 1939, was jedoch fast unverzüglich zu einer unbedeutenden Kleinigkeit verkam, als nur wenige Stunden nach dem erfolgreichen Stapellauf der Zweite Weltkrieg mit der deutschen Invasion Polens ausbrach.
Auch das Bauprojekt der America kam so unvorhergesehen in Bedrängnis. Der schnell eskalierende Krieg in Europa würde einen Einsatz als Transatlantikliner unmöglich machen.
Nach einigen Überlegungen entschied man sich das halbfertige Schiff zu vollenden und hoffte auf eine baldige Entspannung der weltpolitischen Geschehnisse.
Nachdem die Marine auch schon auf die Planung des Schiffes Einfluss genommen hatte, (schließlich war der Staat über die Maritime Commission zu einem nicht unerheblichen Teil Geldgeber) um es auch für militärische Zwecke einsetzen zu können, wurde während der weiteren Fertigstellung nun noch stärker auch dieser Aspekt berücksichtigt. So wurden z.B. einige Decks speziell für die mögliche Montage von Abwehrgeschützen verstärkt.

Im Mai 1940 war die America dann nach gut zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt.

Arbeiter entfernen abstützende Baumstämme unmittelbar vor dem Stapellauf der America.
-Bilder: Universal Newsreel-
Nun standen Anfang Juni die Testfahrten mit dem Schiff auf dem Programm. Die Ergebnisse waren in fast allen Bereichen zufriedenstellend. Gute Manövrierfähigkeit, Wasserlage und Beschleunigung zeichneten das neue Schiff aus.
Es gab aber auch von der Planung abweichende Ergebnisse, wie die Konstruktion der Schornsteine, welche sich als unzureichend erwies, Ruß- und Schwerölrückstände zufriedenstellend von den oberen hinteren Decks fernzuhalten. Um das Problem der Ablagerungen an Deck zu minimieren, wurden die Schornsteine nachträglich um 5 Meter erhöht.
America hell erleuchtet mit erhöhten Schornsteinen unmittelbar vor ihrer Übergabe an die United States Lines (nachcoloriert).
-Bild: National Archives and Records-
ZUM HÖHENVERGLEICH: Mouseover für Nachtaufnahme der America in früherer Konstruktionsphase mit niedrigen Schornsteinen.
-Bild: Vielen Dank an Bill Lee-
Gewichtsausgleichende Blöcke werden gelöst.
-Bild: Universal Newsreel-
Das äußere Design der America war für seine Zeit sehr fortschrittlich und orientierte sich an stromlinienförmigen Strukturen. Die seitlichen Flügel der Brücke waren leicht nach hinten abgewinkelt und bildeten den Abschluss der darunter liegenden geschwungenen bis halbkreisförmigen Aufbauten. Der Rumpf begann mit einem gekurvt ausfallenden Bug und endete in einem über der Wasserlinie abgerundeten  Kreuzerheck. Die Schornsteine perfektionierten das Stromliniendesign mit ihrem wassertropfenförmigen Querschnitt und ihren leitwerksartigen Flossen.
Am 2 Juli 1940 wurde die America der United States Lines übergeben. Die gesamte Konstruktion kostete 17,5 Millionen US$, die Verdrängung betrug 35.440 Tonnen bei einer Länge von 220,2 Metern und einer Maximalbreite von 28,4 Metern. Über 1200 Firmen waren am Bau des Schiffes beteiligt und praktisch jeder Bundesstaat der USA trug etwas zur America bei.
Die America gleitet bejubelt von Tausenden imposant in Richtung James River.
Oben links: Rumpf der America vor der Taufe.
Oben: Panorama vor dem Stapellauf.
Links: Die Champagnerflasche zerspringt am Bug.
rechts:  Eleanor Roosevelt (mitte) posiert für Fotografen.
-Bilder: Universal Newsreel Standbilder-
Oben: Der Bug im Moment der Taufe.
Unten: Heckansicht des Stapellaufs.
Letzte Details vor dem Stapellauf: Ein Arbeiter malt Wasserstandsmarken auf den Bug.
-Bild: Universal Newsreel-
Echter (hinterer) Schornstein der America am Kran.
-Bild: Newport News 50 years of shipbuilding Magazin-
Arbeiter verlassen die am Ausrüstungskai liegende America zu Schichtende.
-Bild: Universal Newsreel-
America mit niedrigen Schornsteinen in Newport News (nachcoloriert).
-Bild: The Tihen Notes Newspaper-
Inhalt

Bau 1938-1940

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weiteres zum Thema:
Die America vor Anker in Newport News vom Montagekran aus gesehen.
-Bilder: United States Lines-
Auslieferungsvertragsunterzeichnung am 2. Juli 1940 um 15.10 Uhr. Von links nach rechts: P.V.G. Mitchell (Vize Pres. USLines), J.B. Woodward (Jr. Gen. Manager Newp. News Shipyard), G.C. Stedman (Master S.S. America) und J.P. Gallagher (stellv. Konstruktionschef US Maritime Comission).
America nach ihrem Stapellauf im James River auf dem Weg zum Ausrüstungskai.
-Bild: Pressefoto-
America am Ausrüstungskai im Winter 39/40 mit frisch montiertem vorderen Dummyschornstein.
-Bild: Newport News SB-
Werbung:
Einladungskarte für Gäste des Stapellaufs
-Bild: Vielen Dank an Bill Lee-
Links: Presseausweis für zum Stapellauf eingeladene Journalisten von Howard E. Lee, Sr. Er war langjähriger leitender Redakteur der täglich erscheinenden Newport Newser Lokalzeitung "Daily Press".
- Vielen Dank an Bill Lee.-
America am Ausrüstungskai mit weiß gestrichenen Aufbauten und ursprünglicher Schornsteinhöhe.
Die America am Ausrüstungskai kurz vor ihren Testfahrten.
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